Es ist der Graus eines jeden Smartphone-Besitzers: ein gebrochenes Display. Rund 60 Prozent aller Schäden betreffen den Bildschirm der Smartphones. Die Reparatur beim Fachhändler ist ziemlich teuer. Eine Alternative dazu sind Handy-Reparatur-Sets, die es im Handel oder Internet zu kaufen gibt. Darin enthalten: das Ersatzteil, ein Öffnungswerkzeug, ein Schraubendreher-Set, eine Anleitung – oder schlicht ein Verweis auf Youtube-Anleitungsvideos. Damit soll jedermann ein kaputtes Display schnell, einfach und vor allem kostengünstig reparieren können. Doch was taugen diese Sets im Vergleich zu professionellen Reparaturen? Es wurde mehrfach von unseren Kunden getestet und die Erfahrung sagt uns, dass die Unerfahrenheit, zum Totalverlust, oder teuer zu stehen kommen kann!

Hier jedenfalls ein paar Tipps für unsere Leser!

Garantieverfall
Mit dem eigenen Öffnen oder Zerlegen des Handys erlischt in der Regel die Garantie. Ist das Handy noch keine 24 Monate alt, sollten Sie sich an den Händler/Hersteller wenden, denn so lange gilt die Gewährleistungsfrist. Die greift aber nur, wenn der Schaden nicht vom Nutzer verursacht wurde. Ein kaputtes Display gehört meist nicht dazu.

Ältere Smartphones
Ist die Garantie des Handys abgelaufen oder der Schaden selbst verschuldet, ist es Ihnen überlassen, ob Sie ein Reparaturset nehmen oder den Fachmann beauftragen. Tipp: Sich von einem Reparateur immer erst einmal eine Schadensdiagnose und einen Kostenvoranschlag machen lassen.

Angebote einholen
Auch unter Reparateuren gibt es schwarze Schafe. Holen Sie deshalb am besten mehrere Angebote ein, holen Sie Empfehlungen ein und lassen Sie auch das „gute Gefühl“ in die Entscheidung einfließen. Seriöse Werkstätten finden Sie beim Fachverband SRQM. http://www.srqm-gmbh.de/werkstaetten

Qualitätsunterschiede
Die Angebote für die Sets reichen von fünf Euro bis 100 Euro. Achten Sie darauf, dass es sich um Originalteile handelt und dass alle benötigten Werkzeuge und Teile enthalten sind. Den Preis für das beste Set sollten Sie mit dem Angebot einer Fachreparatur vergleichen.

Anleitungsvideos
Hilfestellung geben auch Anleitungsvideos, die man über Suchmaschinen im Internet finden kann. Es gibt sie für fast alle gängigen Smartphone-Modelle, zum Beispiel bei Youtube.

Datensicherung
Egal, ob man das Smartphone in die Reparatur gibt oder selbst Hand anlegt, es gilt: vorab immer alle gespeicherten, Kontakte, Fotos und andere Daten sichern, zum Beispiel in einer Cloud oder auf dem eigenen Computer.

Handyversicherung
Bei einem Gerät für 150 oder 200 Euro zahlt man mit 5 Euro monatlicher Prämie über zwei Jahre relativ viel Geld im Verhältnis zur Neuanschaffung. Bei teuren Handys lohnt. Eine extra Handy-Versicherung lohnt sich deshalb nur bei wirklich teuren Smartphones ab 600 Euro. Die Versicherungen übernehmen teilweise auch Schäden durch grobe Fahrlässigkeit und haften bei Diebstahl. Allerdings sind sie auch als „Drückeberger“ bekannt.

Bei Wasserschäden schnell reagieren
Ebenfalls nicht selten sind Wasserschäden: ein umgeschüttetes Glas Wasser, Regenschauer oder der berühmt-berüchtigte Sturz in die Toilette. Letzteres kennen vor allem Frauen, die ihr Smartphone in die Gesäßtasche stecken.

Unser Tipp, was in solchen Fällen akut hilft: Akku entnehmen, um die chemische Reaktion von Feuchtigkeit und Strom zu unterbrechen. Sollte das nicht gehen, das Gerät ausschalten und versuchen, die Nässe heraus zu bekommen, um Korrosionsschäden zu vermeiden. Das gehe zum Beispiel mit einem Staubsauger, mit dessen Düse man 10 Minuten lang an den großen Öffnungen des Smartphones saugen solle, etwa der USB-Anschlussbuchse. Vorsicht: Nicht am Ohrhörer! Dabei reißt man die Membrane kaputt.

Anschließend solle man das Gerät in einem Topf mit trockenem Reis auf die Heizung stellen. Und dann!! Das Handy nicht wieder einschalten, sondern zu uns, oder einem anderen Reparaturdienst bringen. „Die Reparateure öffnen in so einem Fall das Gerät meistens, reinigen es und tauschen den kaputten Akku aus – und das für kleines Geld. Da die Feuchtigkeit aber oft nicht komplett zu entfernen ist, bleibt die weitere Lebenserwartung des Handys eher gering“, so die Erfahrung.

Weiterer Tipp bei Akku-Ladeschäden
Dann würde nämlich beim Einschicken des Geräts in der Regel nicht repariert, sondern ausgetauscht, was das Ganze extrem verteuert: „Der Akku- oder Ladeschaden kostet beim Hersteller zwischen 330 und 400 Euro“, je nach Gerät. „Bei den Handywerkstätten wird repariert. Der Materialeinsatz beträgt nur fünf bis sechs Euro, sodass man im Vergleich nur etwa 50-100 Euro für die Instandsetzung bezahlt.“

Hier noch ein guter Bericht, gesehen und gefunden auf Stern TV.